Unsere gemeinsame Studienzeit

Unseren Heimatort verließen wir in unserem Leben nur ein einziges Mal und zwar, als wir unsere Berufsausbildungen als Bürokauffrauen abgeschlossen hatten und uns für ein Studium der Wirtschaftswissenschaften in Chemnitz einschrieben, um unser Wissen zu vertiefen und besser Berufsaussichten zu haben.
Um Geld zu sparen, ging es wieder weg von getrennten Wohnungen in eine gemeinsame 3-Zimmer-Wohnung in Chemnitz, quasi als familiäre WG. Unser Markenzeichen, die unterschiedlichen Rollos haben wir übrigens beibehalten. Wir kannten uns genau, wussten, wer lieber kocht und backt und sich um den Haushalt kümmert uns standen und bei Studienschwierigkeiten stets beiseite, sodass wir bestens durch das Studium kamen. Natürlich haben wir kaum Partys ausgelassen und Studienkollegen und Freunde immer wieder verwirrt. Unterscheiden konnten uns die meisten eh nie, woran wir uns jedoch im Laufe des Lebens schon gewöhnt hatten.

Dennoch lieben wir es einfach, ein Zwillingspärchen zu sein. Was wir in Chemnitz ebenso besonders genossen, war das Shoppen, von dem wir einfach nie genug bekommen konnten. Immer wieder kamen wir zum EC Terminal, schoben unsere Karten hindurch und gingen dann mit vollgepackten Tüten wieder hinaus. Zum Glück konnten wir uns durch unsere Nebenjobs immer wieder den kleinen Luxus zwischendurch leisten. Wir arbeiteten beide als Kellnerin, Nina in einer Bar und ich in einem Club, sodass wir uns auch mal ein bisschen aus dem Weg gehen konnten. Denn trotz der Geschwisterliebe, die wir füreinander empfinden, war das Shoppen zwischen Regalen, EC-Cash-Rollen, Kassen und Verkäufern, Relaxen, Feiern und Arbeiten auch mal ohne die andere ganz schön. Aber bereuen werden wir die gemeinsame Studienzeit in Chemnitz dennoch nicht und arbeiten seitdem in tollen Büros, was uns jeden Tag viel Spaß macht, wie auch das Gefühl, eine Zwillingsschwester zu sein.

Schlagworte: Chemnitz, EC-Cash, Rollos, Shopping, Studium, Zwillinge

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